Weinlied
Wer fragte je nach deinem Glauben,
Wenn er vor dir mit Andacht saß,
Bei dir, du edler Sohn der Trauben,
Die Zeit und alle Welt vergaß?
Willkommen, reiner Gottessegen,
Sei uns willkommen tausendmal!
Genährt vom Himmelsthau und Regen,
Getränkt vom Licht und Sonnenstrahl!
Aus welcher Ehe du entsprungen -
Gesegnet sei
das Eheband!
Und sprichst du auch in fremden Zungen,
Gesegnet sei dein Vaterland!
Und wärst ein Ketzer du, ein Heide,
Wir Gläubigen verehren dich,
Wir fliehn zu dir in unserm Leide,
Wir freun mit dir uns inniglich.
Dich hat der Herr der Welt begnadet,
Nur
du darfst ohne Glauben sein;
Der große Wirth der Gläub'gen ladet
Uns alle, alle zu dir ein.
Vox Dei Vox Populi
Mit euren siebzig Stimmen habet
Ihr uns gar manchen Sang gemacht,
Doch hat der Sang uns nie gelabet,
Nie gute Stimmung uns gebracht.
Und wenn ihr auch in allen Dingen
Die siebzig Stimmen richtig zählt,
Was kann dem Menschen doch gelingen,
Wenn's ihm an
Einer Stimme fehlt?
Der dreizehnte Artikel
Und seid ihr auch in Jugendfrische,
Noch ganz gesund, noch gar nicht alt -
Wo einmal dreizehn sind bei Tische,
Stirbt einer von den dreizehn bald.
So ging es, als der Bundesacte
Dreizehnter mit bei Tische saß:
Daß da der Tod den Jüngsten packte!
O weh! das war ein schlechter Spaß.
Der deutsche Zollverein
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Schwefelhölzer, Fenchel, Bricken,
Kühe, Käse, Krapp, Papier,
Schinken, Scheeren, Stiefel, Wicken,
Wolle, Seife, Garn und Bier;
Pfefferkuchen, Lumpen, Trichter,
Nüsse, Tabak, Gläser, Flachs,
Leder, Salz, Schmalz, Puppen, Lichter,
Rettig, Rips, Raps, Schnaps, Lachs, Wachs!
Und ihr andern deutschen Sachen,
Tausend Dank sei euch gebracht!
Was kein Geist je konnte machen,
Ei, das habet
ihr gemacht:
Denn ihr habt ein Band gewunden
Um das deutsche Vaterland,
Und die Herzen hat verbunden
Mehr als unser Bund dies Band.
Walhalla
Sei gegrüßt, du hehre Halle
Deutscher Größ' und Herrlichkeit!
Seid gegrüßt, ihr Helden alle
Aus der alt' und neuen Zeit!
O ihr Helden in der Halle,
Könntet ihr lebendig sein!
Nein, ein König hat euch alle
Lieber doch in Erz und Stein.
Mailied
In des Maies schönen Tagen,
Auf, frisch auf! und lasst uns jagen
Durch den Wald und durch's Gefild.
Unsre Jagd gilt nicht den Füchsen,
Nicht den Hasen, Reh'n und Lüchsen,
Frei sei heute jedes Wild.
Auf, frisch auf! und lasst uns jagen
Alles Jammern, alles Klagen,
Alle Noth und Qual und Last;
Jagen lasst uns was uns bücket,
Was uns zwängt und drängt und drücket
In den tiefsten Waldmorast!
Jagt die reichen Hungerleider
Und die Hasser und die Neider
In den dicksten Dornenstrauch!
In die Nesseln werft den Hadrer,
An den Baum hängt jeden Nadrer
Und die Herrn Censoren auch.
Heute muß die Jagd gelingen:
Hört ihr nicht das Vöglein singen
Auf des Maies Blüthenast?
»Wer die Freude will gewinnen,
Muß zuvor den Kampf beginnen
Mit des Lebens Leid und Last.«
Hindurch!
Es ist die Zeit ein großer Fluß,
Wir sitzen an dem Strande;
Und was uns Freude bringen muß,
Liegt drüben auf dem Lande.
Hindurch! hindurch! was stehst du still?
Der Fluß wird nie verrinnen.
Wer durch die Fluth nicht schwimmen will,
Der wird kein Land gewinnen.
Dritte Sitzung
Dritte Sitzung
Trinklied
Dô huob er ûf unde tranc.
Das Glas in der Rechten,
Die Flasch' in der Linken,
So wollen wir fechten,
Nicht wanken, nicht sinken!
Krieg dem Durst und Krieg dem Kummer!
Und ein Bündniß mit dem Wein!
Krieg der Nacht und Krieg dem Schlummer!
Schenkt mir Muth und Feuer ein!
Das Glas in der Rechten,
Die Flasch' in der Linken,
So wollen wir fechten,
Nicht wanken, nicht sinken!
Wohlig sitzen wir im Weinhaus,
Unser Krieg ist wie ein Traum;
Selbst die Welt, das alte Beinhaus,
Hat Respect und rührt sich kaum.
Das Glas in der Rechten,
Die Flasch' in der Linken,
So wollen wir fechten,
Nicht wanken, nicht sinken!
Eine Flasche hat geschlagen
Unsre Feinde kreuz und quer;
Und da stehen wir und fragen:
Giebt's denn keine Feinde mehr?
Das Glas in der Rechten,
Die Flasch' in der Linken,
So wollen wir fechten,
Nicht wanken, nicht sinken!
Und das Ende von dem Liede?
Ei, was machen wir uns draus!
Alles Strebens Frucht ist Friede -
Wir, wir gehn im Sturm nach Haus.
Salvator Mundi
Des deutschen Kaisers Kammerknechte
Sind jetzt Europas Kammerherrn.
Am Himmel aller Erdenmächte,
O Israel, wie glänzt dein Stern!
Es ward die Zeit wohl immer böser
Und immer höher stieg die Schuld,
Da sproß aus dir uns der Erlöser,
Und Rothschild kam in Gnad' und Huld.
Ja, er ist der Erlöser worden
Für diese schuldenvolle Welt,
Geschmückt mit dem Erlöserorden
Hat er vergossen all sein Blut.