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Im Wald
1
Arm in Arm und Kron an Krone steht der Eichenwald verschlungen;
Heut hat er bei guter Laune mir sein altes Lied gesungen.
Fern am Rand fing eine junge Eiche an sich sacht zu wiegen,
Und dann ging es immer weiter an ein Sausen, an ein Biegen!
Kam es her in mächt'gem Zuge, schwoll es an zu breiten Wogen,
Hoch sich auf den Wipfeln wälzend kam die Sturmesflut gezogen.
Und nun sang und pfiff es graulich in den Kronen, in den Lüften,
Und dazwischen knarrt' und dröhnt' es unten in den Wurzelgrüften.
Manchmal schwang die höchste Eiche gellend ihren Schaft alleine,
Donnernder erscholl nur immer drauf der Chor vom ganzen Haine.
Einer wilden Meeresbrandung hat das schöne Spiel geglichen,
Alles Laub war, weißlich schimmernd, starr nach Süden hin gestrichen.
Also streicht die alte Geige Pan der Alte, laut und leise,
Unterrichtend seine Wälder in der alten Weltenweise.
In den sieben Tönen schweift er unerschöpflich auf und nieder,
In den sieben alten Tönen, die umfassen alle Lieder.
Und es lauschen still die jungen Dichter und die jungen Finken,
Kauernd in den dunklen Büschen sie die Melodien trinken.
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2
Aber auch den Föhrenwald
Laß ich mir nicht schelten,
Wenn mein Jauchzen widerhallt
In dem sonnerhellten!
Heiter ist's und aufgeräumt
Und das Wehn der Föhren,
Wenn die Luft in ihnen träumt,
Angenehm zu hören.
Schlanken Königskindern gleich
Stehn sie licht im Bunde;
Jedes erbt sein Königreich
In dem grünen Grunde.
Aber oben eng verwebt,
Eine Bürgerkrone
Die Genossenschaft erhebt
Stolz zum Sonnenthrone!
Schmach und Gram umfängt sie nie,
Nimmer Lebensreue!
Schnell und feurig wachsen sie
In des Himmels Bläue.
Wenn ein Stamm im Sturme bricht,
Halten ihn die Brüder,
Und er sinkt zur Erden nicht -
Schwebend hängt er nieder!
In den Stämmen oft ein Laut
Hallet einsam wider;
Üppig, wie das Farrenkraut,
Wachsen mir die Lieder!
Wie ein Quell versiegt der Schmerz,
Schwindet jede Grille;
Großen Unfug treibt mein Herz
In der Föhrenstille.
Weihrauchwolken ein und aus
Durch die Räume wallen -
Bin ich in ein Gotteshaus
Etwa eingefallen?
Doch der Unsichtbare läßt
Lächelnd es geschehen,
Wenn mein wildes Kirchenfest
Ich hier will begehen.
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Am Wasser
1
Hell im Silberschaume flimmernd
Zieht und singt des Baches Welle,
Goldengrün und tiefblau schimmernd
Küßt sie flüchtig die Libelle;
Und ein drittes kommt dazu,
Eine Blüte hergeschwommen:
Alle haben drauf im Nu
Heitern Abschied schon genommen!
Und die Esche beugt sich drüber,
Schaut in Ruh das holde Treiben,
Denkt: Ihr Lieben, zieht vorüber!
Ich will grünen hier und bleiben!
Und
ich unterm Eschenbaum:
Was soll denn mit
mir geschehen
In dem reizend leichten Traum?
Soll ich bleiben? Soll ich gehen? -
6
2
Ich liege beschaulich
An klingender Quelle
Und senke vertraulich
Den Blick in die Welle;
Ich such in den Schäumen,
Weiß selbst nicht, wonach?
Verschollenes Träumen
Wird in mir wach!
Da kommt es gefahren
Mit lächelndem Munde
Vorüber im klaren
Kristallenen Grunde
Das alte, vertraute,
Das Weltangesicht!
Sein Aug auf mich schaute
Mit tiefblauem Licht.
Wohin ist's geschwommen
Im Wellengewimmel?
Woher ist's gekommen?
Vom blauenden Himmel!
Denn als ich ins Weben
Der Luft hab gesehn,
Da sah ich noch eben
Es dort vergehn!
Ich seh es fast immer,
Wenn's windstill und heiter,
Und stets macht sein Schimmer
Die Brust mir dann weiter;
Doch wenn sein Begegnen
Die Seele bedarf,
Wird selbst es im Regnen
Mir deutlich und scharf!