Antwort auf den Glückwunsch zur Würde eines Viertelsvogts
's isch frili wohr, e Viertelsvogt,
wenn so ne Her im Sessel hockt,
und ißt si Fleisch und trinkt si Wi,
sel luegt e wenig anderst dri.
Sust hani wol zu Brot und Schunke
ne Moos, au anderthalbi trunke,
jez, wie's der Name mit em bringt,
der Viertelsvogt e Viertel zwingt.
Sust isch meng Eichli, ungvexirt,
z' Nacht usem Gmeiwald furt spazirt,
's het glengt no zu de chleine Poste,
jez cha's bi Gost e Wäldli choste.
Sust hani nit no Ehre gspannt,
ha's au nit gha, 's isch wohlbikannt,
jez heißt's: »Tue d'Augen uf, du Stock,
siehsch nit, wer chunnt, der Viertelsvogt!«
Sust hani, wiene Burgersma,
mi Laubi und mi Lusti gha
und bi mit Holz und andere Ware
go Basel und ins Rebland gfahre.
Jez isch's verbei, sel isch für d'Chnecht,
die Lumperkerli, ebe recht.
Der Viertelsvogt den Gaul besteigt
und drauf hinein nach Basel reit.
Ne brave Choli hani do,
und isch mi zimli wolfel cho.
I ha ne alte Esel gchauft,
und vor der Hand zum Rößli tauft.
Zerst hani sini Ohre gstuzt,
druf hani en mit Chienrueß puzt,
e falsche Zopf ans Füdle ghenkt,
wo bis an Boden abe lengt,
und riit jez druf in Stadt und Land,
und woni näume gang und stand.
Erinnerung an Basel
Z'Basel an mim Rhi,
jo dört möchti si!
Weiht nit d'Luft so mild und lau,
und der Himmel ist so blau
an mim liebe Rhi!
In der Münsterschuel
uf mim herte Stuehl
magi zwor jez nüt meh ha,
d'Töpli stöhn mer nümmen a
in der Basler Schuel.
Aber uf der Pfalz
alle Lüte gfallt's.
O wie wechsle Berg und Tal,
Land und Wasser überal
vor der Basler Pfalz!
Uf der breite Bruck;
fürsi hin und zruck,
nei, was sieht me Here stoh,
nei, was sieht me Jumpfere goh
uf der Basler Bruck!
Eis isch nimme do;
wo isch's ane cho?
's Scholers Nase, weie weh,
git der Bruck kei Schatte meh.
Wo bisch ane cho?
Wie ne freie Spatz
uffem Petersplatz
fliegi um, und 's wird mer wohl
wie im Buebekamisol
uffem Petersplatz.
Uf der grüene Schanz,
in der Sunne Glanz,
woni Sinn und Auge ha,
lacht's mi nit so lieblig a
bis go Sante Hans.
's Seilers Rädli springt;
los, der Vogel singt.
Summervögeli jung und froh
ziehn de blaue Blueme no.
Alles singt und springt.
Und e bravi Frau
wohnt dört ussen au.
»Gunnich Gott e frohe Muet!
Nehmich Gott in treui Huet,
liebi Basler Frau!«
An den Geheimrat von Ittner, Curator der Universität zu Freiburg, bei dessen Gesandtschaftsreise in die Schweiz
Se bhüetich Gott der Her, und zürnet nüt!
Me schwezt, wie eim der Schnabel gwachsen isch.
Gern chönnti's besser, aber 's will nit goh.
Doch was vom Herze chunnt, isch au nit schlecht.
Der Chrüterma vo Badewiler het
mer's mengmal gseit, und gfluecht derzu, es soll
kei Hypnum meh, kei Carex in der Welt
vor sini Auge cho (der Teufel weiß,
sin's Buben oder Meidli), wenn e Ma
wie Ihr in siebe Here Ländere seig.
I will's nit repetiere. Besser wär's,
der Chrüterma hätt's au nit gseit; es isch
mit so me Fluech nit z'spasse. Het's der Recht
zum Unglück ghört, se glänzt mim Chrüterma
kei Sternli meh vom blaue Himmelszelt,
kei Blüemli meh im grüene Mattegrund.
Du arme Chetzer, Carex, Hypnum schießt
dim Aug eggege, wo de stohsch und gohsch.
I mach kei Gspaß, es isch mer selber so,
und woni näumen ane lueg, se stoht
was hent der gmeint? E Hypnum? Nei, se stoht
libhaftig Euer Bildnuß vor mim Aug,
so fründlig und so lieb, und stirbi morn,
und siehnich nümme, bis am jüngste Tag,
se chummi in mim goldne Sunntigrock,
(es heißt, mer werden alli neu gstaffiert),
und sag mim Kamerad, wo mit mer goht:
»Isch sel nit der Her Ittner, wo im Duft
dört an der Milchstroß goht? Jez buckt er si,
und bschaut e Blüemli, 's wird Dudaim si.«
Drum laufi, was i laufe cha, d'Stroß uf;
der Kamerad blibt zruck, er chunnt nit no.
Druf sagi: »Mit Verlaub! I mein emol,
der seiget's. Hani nit vor langer Zit
bim Kaiserwirt e Schöpli mitich gha?
Wie hent der gschlofe? Wohl? Der Morgen isch
so heiter. Wemmer nit e wengeli
do ane sitze zue dem Amarant?«
Jez bhüetich Gott, und spar ich frisch und gsund
uf euer lange Berg- und Schwizerreis.
's het d'Milchstroß uf, am jüngste Tag, no Zit
wohl hunderttausig Johr, und isch's denn dört
viel schöner echt, as an der Limmat Gstad?
Wie glitzert uffem See der Silberstaub!
Wie wechsle hundertfältig Färb und Glanz,
Palästli, Dörfer, Chilchtürn, Bluemegstad
am Ufer her, und wie ne Nebel stigt
dört hinte d'Nagelflue mit ihrem Schnee
zum Himmel uf durs Morgeduft! Es schnuuft
meng Geißli dört und menge schöne Bock.
Nu gunnich Gott der liebi Freude viel
mit eue brave Fründen in der Schwiz,
und grüeßet mer der Wiese Gschwisterchind,
d'Frau Limmet, und vergesset 's Heimcho nit;
's sin herwärts Schwarzwald gar viel bravi Lüt,
und hennich lieb, und schöni Jümpferli
(me seit, sie heiße Muse) warten au
am Dreisamgstad. Es heißt, Ihr seiget jo
ihr Vogtma z' Friburg, und sie singe schön,
und rede mittich allerlei; 's verstand's
ke gmeine Ma, und menge Pfarrer nit.
Auf die Insel bei Odelshofen
Zeig, Jumpfere us em Oberland,
mit diner Harpfen in der Hand,
flicht di Zirinkechranz ins Hoor,
leg 's Halstuech a us Silberflor,
chumm, sing e Liedli so und so!
De chasch nit viel. Mer wisse's scho.
Findsch echt der Weg ins Unterland?
Der Schwarzwald blibt uf rechter Hand,
mit sine Firste hoch und lang,
und 's Wasser links, 's goht au di Gang,
und obe Himmel rein und blau,
und unte frische Morgetau.
Doch wenn de n'über d'Chinzig gohsch,
und z'Offeburg am Scheidweg stohsch,
's goht links di Weg, und denk mer dra,
jez goht di d'Bergstroß nüt meh a.
Lueg um di! Siehsch kei Insle do?
»O bhüet is Gott, do isch sie jo.«
Wie isch das Inseli so nett,
as wenn's en Engel zirklet hätt,
as wenn's si eige Gärtli wär!
Wie badet's in sim chleine Meer!
Wie badet's in sim Bluemeduft,
und sunnt si in der reine Luft!
's treit menge Her e Stern am Band,
het Geld wie Laub, und Lüt und Land;
er ißt Pastete, Fleisch und Fisch,
e goldne Bueb stoht hinterm Tisch;
es fehlt em nüt. Frog, was de witt!
Doch so ne Plätzli het er nit.
Und heig er au; was isch derno?
Ihm singe d'Vögeli doch nit froh,
ihm blüeihe d'Blüemli nit so blau,
der Nachtluft weiht em nit so lau.
's chunnt nit uf Luft und Vögel a,
me mueß es in em selber ha.
Ne frohe Sinn, e lustig Bluet,
in Freud und Leid e guete Muet;
und wemme binenander sitzt,
und d'Freud eim us den Auge glitzt,
sel will en ander Röckli ha,
im gstickte Gala goht's nit a.
Bim Bluest, dört chömme Herelüt!
Sing herzhaft furt, sie tüen der nüt.
Sag: »Grüeß ich Gott, und mach ich froh
in euem nette Pärkli do«;
und wenn sie bi der dure göhn,
gang usem Weg und neig di schön.
»Se grüeßich Gott und mach ich froh,
in eurem nette Gärtli do,
und spar ich gsund Johr i, Johr us,
o schenket mer e Bluemli drus.
I flicht mer's in d'Zirinken i,
es soll mi fürnehmst Blüemli si.
Frau Sunne, was i z'bitte ha,
lueg lieb und süeß das Plätzli a,
und wärm's frei wohl und tränk's mit Lust
us diner süeße Muetterbrust.
Mer sin zwor nit elleinig do,
doch hen die andren au dervo.
Her Vollmo', und was d'Nacht erhellt,
wenn d'Sunne schloft im stille Zelt,
i will ich's au bifohle ha;
und luegt e Chnab si Schätzli a,
und wenn's em au ne Schmützli git,
sind still derzue; verrotet's nit.«
Jez, Jumpfere mit dim Harpfespiel,
mach, aß de furt chunnsch! Z'viel isch z'viel,
und chunnsch mer heim im Obedrot,
und 's frogt di eis: Woher so spot?
Se sag's, und rüehm's frei do und dört,
und halt di redli. Hesch mer's ghört?
Des rheinländischen Hausfreundes Danksagung an Herrn Pfarrer Jäck in Triberg
»Zeig wie, Her Peter! Wenn der's Gläsli schmeckt,
voll Chirsiwasser, und der Chueche dri,
und 's Lied vo Triberg vom Her Pfarer Jäck,
weisch nit, was schön isch? Git men eim nit d'Hand,
zieht's Chäppli ab und seit: Vergelt's ich Gott!
Du nit? Und trinksch, as wenn di eigne Baum
die Chirsi treit hätt? Und de hesch doch kein.«
's isch wohr, Her Jäck, i ha kei eigne Baum,
i ha kei Hus, i ha kei Schof im Stall,
kei Pflueg im Feld, kei Immestand im Hof,
kei Chatz, kei Hüenli, mengmol au kei Geld.
's macht nüt. 's isch doch im ganze Dorf kei Buur
so rich as ich. Der wüßet, wie me's macht.
Me meint, me heig's. So meini au, i heig's
im süeße Wahn, und wo ne Bäumli blüeiht,
's isch mi, und wo ne Feld voll Ähri schwankt,
's isch au mi; wo ne Säuli Eichle frißt,
es frißt sie us mim Wald.
So bini rich. Doch richer bini no
im Heuet, in der Ernt, im frohe Herbst.
I sag: »Jez chömmet Lüt, wer will und mag,
und heuet, schnidet, hauet Trübli ab!
I ha mi Freud an allem gha, mi Herz
an alle Düften, aller Schöni g'labt.
Was übrig isch, isch euer. Traget's heim.«
Her Jäck, mir isch, der schüttlet eue Chopf,
und saget für ich selber: »Guete Fründ,
so lebt men im Schlaraffeland.« He jo,
so lebi im Schlaraffland, 's isch wohr.
Treit nit meng Immli süeße Hunig heim
um Triberg? Hangt nit menge Chirsibaum
voll schwarze Chinder? Mir do niede fliegt
der Chuechen und der Chirsiwasserchrueg
und drei für ein zum Fenster i. »Do trink!«
Und lueg, do fliegt e Blatt, 's isch schwarz uf wiiß.
Her Jäck, viel Süeßi wohnt im Bluemechelch,
viel Gwürz im brune Chirsichern, 's isch wohr.
Doch was im frumme Menscheherz ersprießt,
und ufgoht, und in schöne Liedere blüeiht,
wie euer Lied, goht übers Zuckerbrot
und Zimmetgeist. Das treit ke Immli heim.
Das distellirt der Summer an keim Baum.
Drum dank ich Gott für alles Liebs und Guets.
Drum dank ich Gott für eue dreifach Gschenk,
und gebich Sunneschin und frohi Zit.
Der sehnt, i dank mit Chapezinerdank,
mit Segen und Papier.