Johannes Spangenbergs Sammlung Deutscher GedichteGoethe Scherenschnitt

Deutsche Gedichte, eine Anthologie

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Paul Heyse


Inhalt





Jugendlieder



Vorklang
Über ein Stündlein
Treueste Liebe
Im Lenz
Abschied
Stimme der Nacht
Schlaf nur ein
Mondlied
Geheimnis
Vorfrühling
Mutterliebe
Der Tag wird kühl
Vorüber
Hütet euch!
Trutzliedchen

Lieder des fahrenden Schülers

Dem scheucht's die Nachtgespenster.
Wiederkommen bringt Freude.

Jugendlieder

Morgenwind
Verwandlung
In der Mondnacht
Windsbraut
Waldesnacht

Mädchenlieder

Auf die Nacht in den Spinnstuben
Und wie sie kam zur Hexe,
Drunten auf der Gassen
Es ist ein Mond verblichen
Rate mir gut, doch rate nicht ab!
Ist meine Wonne, ist meine Welt!
O könnt' ich dir gefallen,
Die Sterne blinken und gleißen,
Gerne sitz' ich so im Dunkeln,
Das sind die stillen Wasser,

Melusine

Und schau' ich fremd und seltsam drein,
Zwischen Nacht und frühem Tag
Die liegt so weit, so weit!
Zu deinen Augen der Weg wie weit,

Peregrina

Nun sind die Blumen verdorrt,
Wenn aus hohem Walde
Schwüle Stunden! Flüsternd kaum

Margarete

Tiefer Brunnen
Mein und dein
Liebesdienst
Verlöbnis
Sie schreibt
Seit du nun schweigst ...
Ergebung
Brautlied
Zuflucht
Im Walde
Amor in der Mauser
Bei Nacht
Unterwegs
Verklärung
In so und so viel Wochen
Nachtgesicht

Neues Leben

Neues Leben
Über Tod und Schicksal
Ich sah mein Glück vorübergehn,
Hat dich die Liebe berührt,
Von den Halden herab
Heimlich aus der Höhe kam's,
In dem weißen Seidenhut
Den Wald durchläuft verworrner Stimmen Klang,
Ja, du bist noch jung und grün,
Warum schweigst du, liebe Seele?
Gerne schlief ich schon früher ein,
Schier verdorben ist meine Hand
Siesta
O Saitenspiel
Trennt euch zuweilen,
Vor Tage weckte mich
Das sommermüde Jahr verklingt.
Horch, wie durch die Wipfel schwirrt
Ich war schon so alt,
Schönster Tag, nun gute Nacht!
Sanft unterm Fittich der Nacht
Mit Sausen und Brausen

Marianne

Mein Kind erst kommen, gute Nacht! zu sagen.
Denn Spiel und Tanz ist aus, lang vor der Zeit.
Ein kurzer Traum im Lebensmorgenrote.
In all mein Leben grinst der Tod hinein.
Und Nacht umdunkelt jeden Freudenschimmer.
Und nur zu wohl verstehe, wie es kam,
Weiß ich, wo Schatten ich und Kühlung finde.
Des Irrsinns ihm versteint das Herz im Leibe.
Wenn schon aus einem Wort ihm Trost erblühte?
Sind wir geadelt auch durch unsern Schmerz.
Troll dich hinaus und nage deinen Knochen!
Da weckte mich der erste Hahnenschrei.
Und Moderduft bleibt stets darin zurücke.
Daß aus dem All zurück dein Wesen haucht.

Meinen Toten

Weihnachten 1869

Ernst

Hinaus in Sonne, Lenz und Lebensluft! -
Auch wir vergehn; und das ist Trost genug.
Der mich an treuer Hand zum Frieden leitet.
Den sanften Sternen ew'ger Nächte zu!
Sich loszuwerden, von des Sehnens Not
Wird mit dem letzten Hauch nur mir entschwinden!
Seh' ich den Knaben aus den Dämmernissen
So wag es denn, mit andern Mutterkindern!
Und Mut, dem Tod ins Angesicht zu blicken.

Wilfried

Wilfried
So reisen wir ins Land hinein
Verzogen,
Die Tage schleichen an uns vorüber,
»O Herzenseigensinn!
Horch! in der dunklen Frühe
Kein Wort, kein Blick;
Es singt und klingt mir im Gemüt
Die silberne Luft erglänzt so blaß
Warum zwitschert ihr mich
Des ungewordenen
Wie so wund nun bist du, arme Seele,
Wie schon jahrlang abgeschieden,
Die Sonne gleitet still hinab
»Bezwingst du nicht den dunklen Gram?
Der Tag verging mir,
Kennst du die Tränen,
Hab' ich denn schon Schmerz gelitten,
Der Mond stand überm Palatin. Wie ich
Ich weiß, ein Wahn ist's und zum Wahnsinn bringt's,

Rispetti

Rispetti singt man abends in der Kühle
Mir war's, ich hört' es an der Türe pochen,
Wir müssen es nur ja der Welt nicht sagen,
Um Mitternacht weckt mich die alte Wunde.
Vor unsern Fenstern nachts erklingt die Zither;
Die Augen weg, die ernsten Kinderaugen,
Es war im Himmel und auf Erden nichts,
Komm! Laß uns hier die Anemonen pflücken;
Das Leben ist ein Meer voll wilder Klippen,
In junger Zeit, wenn meines Herzens Pochen
In dieser Welt voll banger Widersprüche,
Ich war ein reingestimmtes Saitenspiel;

Weihnachten in Rom

Kein Baum mit Lichtern, keine Weihnachtsgaben.
Ich hatt einmal gar treffliche Talente:

Tristien

O stiehl dich nicht von meiner Seite fort,
Wir wollten in Borgheses hohem Saal
Wenn ich, mein holdes Kind, wie oft geschah,
Heut nacht kam das Gebet mir in den Sinn,
Ob in der argen Welt, wie gute Christen
Ich habe längst in mir den Wunsch begraben,

Meinen Toten

In Florenz
In Venedig
Auf der Heimfahrt
Wieder zu Hause
Lied

Hauspoesie

Ein Schatten
Verteidigung
Der verlorne Sohn
Geisterbannung
In such a night ...
In dunkler Nacht

Sommer und Herbst

Der Dichter und der große Pan
An die Natur
Frage
Resignation
Welträtsel
Ein Brief
Lied des Alten
Das Schwerste
Aus der Tiefe
Allerseelen
Der Tod im Baum
Wiesengang
Kehraus

Waldmonologe aus Kreuth

Prolog

Sonette

Stets liebt' ich's, wenn gepackt mein Koffer war,
Und wenn ich einst mich werde schlafen legen,
Wie lang schon haben, was wir selbst geschaffen,
Wohl wird, der Frauenliebe zu entsagen,
So wär' denn Spiel und Tanz für mich vorbei,
Seit dies an mir geschah, sind vier Jahrzehnte
Ich konnte nie die Glücklichen beneiden,
Du hast, mein Herz, Zeit meines Lebens mir
Heut hab' ich redlich mir mein Mittagessen
Am liebsten hab' ich stets den Blick gelenkt
Heut, da ich mittags mich im Wald erging,
Ich weiß, zu tadeln pflegt man ein Gedicht,
Gesegnet ist dies Jahr mit Niederschlägen.
Nun treibt ein graugespenst'ger Nebelspuk
Ein Brief
Ein alter Mensch, mit manchem Leid beschwert,
Wie lieb' ich dies verträumte Waldesschweigen!
Mein liebes Kreuth, du schattig Waldasyl
Im Leben gibt's, behauptet ein Franzos,

Waldmonologe aus Kreuth

Epilog

Landschaften mit Staffage

Prolog
Morgen am Ufer
Auf der Höhe
Abendstimmung
In der Bucht
Neuer Wein
Am Fluß
Am Genfer See
Aus dem Mansardenfenster
Abend auf der Heide
Morgen nach dem Gewitter
Alpenfeuer
Bittgang
Die Tabaksmühle
Vogelscheuche
Hochsommer
Kurzes Gedächtnis
Epilog

Sorrent

Rückkehr zur Natur
Laurella
Rosensünden
Feuerversicherung

Von Lacerten

Eine fand ich, eine fette,
In Gedanken an die Ferne
Euch beneid' ich, ihr Lacerten,

Sorrent

Im Süden
Bekenntnis
Durch die Ferne, durch die Nacht
Idylle
Mirakel
Nach der Natur
Der Vesuv
Nächstenliebe
Ich aber schlafe allein.«
Abschied
Lied von Sorrent

Idyllen von Sorrent

Doch Gott stehe dir bei, malst du dir Engel daran!
Noch auswendig. - Du siehst also, sie kann es nicht sein. -
Mein! mein! ruf' ich, und dein! hallt es im Innersten nach.
Küsse zu nehmen - ja, das scheint ein besonderer Fall.
Dann - noch ein Winken, ein Blick, und die Erscheinung verschwand.
Dessen Pantoffel dereinst unseren Wandel regiert.
Narrt mich, oder der Mensch, der sie verschmäht, ist ein Narr.
Meinen erblassenden Strauß riß in die offene See.
Doch in einem, verzeih, bist du und bleibst du ein Narr.
Das mir das Hirn abkühlt, täte schon lange mir not.
Jeglichen Tag, denn du, Liebliche, hast mich erquickt!
Führt ihn dem eigenen auch zögernd ein Gott in den Arm!

Bilder aus Neapel

Zwei Bübchen sah ich heut, in Lumpen beide,
Wär' Vater Adam hier am Golf geboren,
Dies junge braune Schelmenangesicht
Das Stirnhaar leicht mit Puder angegraut,
Sie hielten, vierzig Ladendiener, heuer
Das Hirn voll Tand, im Herzen öde Leere,
Im Museum
Ich sah im sechsten Stock auf dem Balkone
Und jenes blassen Mädchens dacht' ich da
Die Chiaja dröhnt von Reitern und Karossen,
Hier kannst du Gleichheit finden sondergleichen.
Ihr zählt, mein schönes Kind, kaum vierzehn Jahr
Auf Capri
Vom neuen Friedhof
»Ein Stück des Himmels, das zur Erde fiel,
Hier haben wahrlich alle Menschlichkeiten
Auf Schritt und Tritt, wohin die Augen schweifen,
Villa N.
San Martino
Das Grab Virgils am Posilip
Du weißt es wohl, ich lebe nicht mehr gerne,
Der Tag ist wonniglich, die Inseln liegen

Römische Sonette

Im Coliseo
Am Tiberstrande
Cives Romani
Begegnung
Nach der Beichte
Antiquitäten
Andre Zeiten
Politisches
Abendandacht
Suum cuique
Im Vatikan
Advent
Silvester
Abschied von Rom
Nach Hause!

Städtebilder

Brescia
Mailand
Turin
Ist der Welt allmächtiger Puls.
Beati i matti!
Siena
Parma
Drückende Luft der Triumpfbogen am Molo Trajans.
Mantua
Venedig
Verona
disopra della porta senza diritto!

Kunst und Künstler

1. Favete linguis
2. Rat der Götter
3. Perseus und Andromeda
4. Apollo unter den Grazien
5. Narziß
6. Der Farnesische Herkules
7. Silens Nachtbesuch bei den Liebenden
8. Kunst und Publikum
9. Eintritt in Rom
10. Berninis Brunnen auf Piazza Navona
11. Dilettantismus
12. Verwundete Amazone
13. Venus aus den Gärten Mäcens
14. Apoxyomenos
15. Der sterbende Fechter
16. Juno Ludovisi
17. »Die sterbende Meduse« in Villa Ludovisi
18. Auf eine griechische Büste des Traumgottes
19. Naturtrieb
20. Raffaels Jonas
21. Geisterbeschwörung

Frühling am Gardasee

Vision
Vorfrühling
Straßen, arm an Sonnenschein,
Letztwillig
Toscolano
Am frühen Morgen
In der Barke
Resignation
San Guiseppe
Stille nach dem Sturm
Lebensgeheimnis
Nur ein Laie
Sophie, Großherzogin von Sachsen
Johannes Brahms †
Wiegenlied
Sermione
Abschied

Ein Wintertagebuch

Ankunft
Andere Zeiten
Ersatz
Ein Tantalus
Pasqua
Chi bella non è ...
Das Glöckchen
Letzte Blüten
Im Advent
Eine Weihnachtsepistel
Die Pergola
Wilhelm Hertz †
Mittagsruhe
Resignation
Die Schlucht
Das Konzert
Ermutigung
Er und Ich
Sündenregister
Wintersturm
Servite Domino in laetitia
Jagdvergnügen
Die Fliege
Rückblick
Vor dem Jugendbildnis meiner Mutter

Friedrich Rückert

Als ich zur Winterflucht mein Bündel schnürte,
Gleich einem Schiffer, der zurückgekehrt
Daß ich's versäumte, weckt mir ew'ge Reue.

Ein Wintertagebuch

Horaz
Lied
Im Februar
Flock
Beata solitudo
Sonntagsruhe
Nachtgesicht
Abschied
Heimkehr

Ghaselen

Prolog
Tief in unsres Herzens Grunde ruht ein Schutt- und Trümmerhauf.
Die Tage schleichen trüb dahin, und auf die Sonne hoffst du noch?
Also, daß der Mensch vom Affen abstammt, dünkt dir zweifelhaft,
Daß Jedermann an sich nur denkt, find' ich nicht eben wunderbar,
Wohl, ich weiß, ihr hohen Alten, was ich früh schon euch verdankt,
Willst du noch ein Liebeslied singen, meine Seele,
Und so wanderten wir Beide weite Strecken Hand in Hand,
Ich habe versucht so manchesmal mit Lieb' und Leben es leicht zu nehmen,
Ich hab' in strengem Musendienst mich redlich müd' und heiß gelebt
Schwinge dich auf und singe, mein Herz!
Hast du nicht so viel genossen, altes Herz, was willst du mehr?
Wenn feig du unters Joch dich schmiegst der Weltklugheit, was frommt es dir?
Es sind mir die Schuppen vom Auge gefallen, was kann ich dafür?
Du mußt am Tische dieser Welt nur auch kein Kostverächter sein.
Warum wünscht ein Dilettant, daß die Kinder seiner Laune,
Daran merk' ich, daß lebendig mir das Herz im Busen blieb
Sei nicht zu ehrlich mit der Welt! Die Welt will ja betrogen sein.
So lasset uns suchen und finden das Glück,
Epilog

Reisebriefe

Liebste, da ich heut im Regenzwielicht
An Joseph Viktor v. Scheffel in Karlsruhe
An Arnold Böcklin in Florenz
An Otto Ribbeck in Leipzig
Etwas zu machen, was er nicht kann
An Wilhelm Hemsen in Stuttgart
An N.N.

An Personen

Dem Andenken König Maximilians II. von Bayern
An Hermann Lingg
An Theodor Storm
An Gottfried Keller
An Theodor Fontane
An Theodor Fontane
Auf Schloß Labers
An Grillparzer
»Ach damals -«
An Karl Stielers Grab
An Wilhelm Jensen

Vermischte Gedichte

Fürst Bismarck in München
Letzter Wille
Asylrecht
Das Hundegrab auf Oxia
An Beethoven

Zwölf Dichterprofile

Friedrich Hölderlin
Joseph Freiherr v. Eichendorff
Friedrich Rückert
Nicolaus Lenau
Adalbert von Chamisso
Eduard Mörike
Emanuel Geibel
Annette von Droste-Hülshoff
Gottfried Keller
Theodor Storm
Hermann Kurz
Hermann Lingg

Vermischte Gedichte

Das Goethehaus in Weimar

Sprüche

Reicher und bleicher
Hast du dir selbst einen Vers zu machen.
Bei eines gewissen Dichters Begräbnis
Ars longa
Neujahr 1899
Fruchtlose Polemik
Aktualität
Der Weise
Senilia